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7/31/2005

bin nicht dumm

als ich heute morgen meinen fernseher einschaltete, da blickte mir ein kleiner junge entgegen. er winkte mir zu, kam näher und klopfte dann von innen vorsichtig gegen die mattscheibe. ich fragte den kleinen jungen:
"hallo, kleiner junge. sag, wie bist du in meinen fernseher gekommen?" der kleine junge bewegte seine lippen, doch verstand ich kein wort von dem, was er sagte. oh, wahrscheinlich ist der arme kerl stumm, dachte ich. dann machte er seltsame handbewegungen, als ob er mich auf etwas aufmerksam machen wollte. ich hatte keinen blassen schimmer, auf was, und so zuckte ich nur mit den schultern. der kleine junge drückte etwas ungeduldiger auf seine unsichtbare fernbedienung.
fernbedienung. fernbedienung. ja, natürlich. ich nahm meine fernbedienung und stellte den ton von meinem fernseher an. "ich weiß auch nicht, wie ich hier rein gekommen bin", sagte der kleine junge. "eigentlich wollte ich mir nur ein glas marmelade aufmachen. und plötzlich sitze ich neben grobi, der mir erklären will, was drüber, drunter und durch bedeutet." "grobi." ich erinnerte mich an das blaue monster aus der sesamstraße. "das ist doch nett von ihm." "ja, schon. aber er erklärt es einem immer und immer und immer wieder." der kleine junge machte eine pause. "ich bin zwar ein kleiner junge, aber ich bin nicht dumm." "du siehst auch nicht dumm aus", pflichtete ich ihm bei, bevor mich der kleine junge fragte: "kannst du mich hier rausholen?" "bestimmt", glaubte ich zu wissen, ging zu meinem vorratsschrank, suchte und fand auch gleich den vorschlaghammer. "geh besser ein stück zurück", empfahl ich dem kleinen jungen, und er entfernte sich von der scheibe. "das sollte reichen", vermutete ich, und holte aus. mit voller wucht traf der 20 kg schwere kopf des vorschlaghammers meinen fernseher. dann löste sich der kopf von dem stiehl und fiel ungeschickt auf das parkett, wo er in einem riesigen loch liegen blieb. "verdammt", stellte ich fest, und sah, dass der fernseher den schlag unbeschadet überstanden hatte. der kleine junge aber lag regungslos auf dem boden. ich klopfte an die scheibe. "geht es dir gut, kleiner junge?" der kleine junge rührte sich nicht. sein kopf sah aus, als hätte ihn ein vorschlaghammer volle möhre erwischt. "oh", meinte ich. "das tut mir leid." dann schaltete ich den fernseher aus.

7/29/2005

phodopus sungorus (4)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "ich popel in der nase." "so etwas macht man nicht." "aber es macht spaß." "mir macht es auch spaß, nur mit einem korsett bekleidet einen experimentaltanz aufzuführen." "ja, ich weiß. traurig. sag mir das nächste mal vorher bescheid. auf den experimentaltanz komme ich nicht klar."

7/28/2005

siebenundzwanzig bonbonpapiere

herr m. hatte sich einen arm auf den rücken gebunden. siebenundzwanzig bonbonpapiere lagen vor ihm auf dem tisch. er lachte. der schöne al hatte behauptet, er würde das nicht schaffen. keiner könnte das schaffen. mit nur einer hand. herr m. hörte auf zu lachen und konzentrierte sich. dann schüttelte er seinen riesigen kopf. der schöne al ist ein idiot, wusste er. und nicht einmal halb so schön, wie sie sagen. herr m. konzentrierte sich erneut. dann klaubte er alle siebenundzwanzig bonbonpapiere mit nur einer hand auf. als er die faust mit den bonbonpapieren in die höhe strecke und dabei den schönen al verfluchte, begann es in dar es salaam, wo der glatzköpfige fischer mokumba gerade frohen mutes seiner arbeit nachging, an zu regnen. regen machte ihn noch glücklicher, und so sang mokumba eines der schönsten lieder, die je ein fischer in dar es salaam gesungen hat. 2.745 fische, drei krebse und etwas, das mokumba noch nie zuvor gesehen hatte, zappelten dazu in seinem netz. oh ja, heute ist ein guter tag, dachte mokumba und begann, mit seiner schönen, tiefen stimme die zweite strophe zu singen, als ein leuchtend heller blitz in seiner glatze einschlug. dann hörte es auf zu regnen.

7/26/2005

in dem rechten (alternativ)

als ich mir heute morgen meine schuhe anziehen wollte, da saß ein kleiner junge in dem rechten. er war wirklich sehr klein. viel kleiner als die anderen kleinen jungen. aber das musste er auch sein, denn sonst hätte er ja nicht in meinen schuh gepasst. leider habe ich ihn zu spät bemerkt. so konnte ich ihn auch nicht mehr fragen:
"hallo, kleiner junge. sag, was machst du da in meinem schuh?"
denn der kleine junge sah nun aus wie ein plattes stück lepra. "das tut mir aber leid", sagte ich zu dem kleinen jungen. "das wollte ich nicht." dann kratzte ich den kleinen jungen aus meinem schuh und warf ihn in den mülleimer.

in dem rechten

als ich mir heute morgen meine schuhe anziehen wollte, da saß ein kleiner junge in dem rechten. er war wirklich sehr klein. viel kleiner als die anderen kleinen jungen. aber das musste er auch sein, denn sonst hätte er ja nicht in meinen schuh gepasst. jedenfalls fragte ich den kleinen jungen: "hallo, kleiner junge. sag, was machst du da in meinem schuh?" "ich habe meinen zug verpasst", sagte der kleine junge. "oh, das ist aber gar nicht gut." ich nahm den schuh mit dem kleinen jungen und stellte ihn auf den tisch. "wo wolltest du denn hin?" "nach panama." der kleine junge schaute mich traurig an. "panama. da war ich erst vor kurzem. fantastisches wetter und die frauen ..." ich machte eine pause. "du interessierst dich sicher noch nicht für frauen, oder?" "och", meinte der kleine junge und grinste veschmitzt. "aber auf bäume kletter ich auch sehr gerne." "in panama gibt es sehr viele bäume", erinnerte ich mich. da fiel mir plötzlich ein, dass noch etwas von dem zauberapfel übrig war, den mir der andere kleine junge neulich gegeben hatte. und so ging ich zu meinem vorratsschrank, suchte und fand auch gleich den rest vom zauberapfel. "schau hier, kleiner junge. das ist ein zauberapfel." ich zeigte ihm das, was von dem zauberapfel übrig war. "macht er, dass ein zug kommt", wollte der kleine junge wissen. "äh. ich glaube nicht", antwortete ich ihm. "aber wenn du von ihm isst, kannst du fliegen. bis nach panama." der kleine junge strahlte und nahm gleich einen großen bissen von dem zauberapfel. "danke", sagte er. dann flog er davon. über die dächer und wolken und bis nach panama.

7/25/2005

phodopus sungorus (3)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "ich tauche nach perlen." "in dem aquarium?!" "ah oui." "du sprichst französisch?!" "nur wenn ich nach perlen tauche."

der kitzler

es ist schon spät und finstre nacht, der kitzler kommt und leise lacht. mit einer feder, sonst völlig nackt. kitzelt alte frauen er, bis sie erwachen. dann man ihn sieht, aus dem staube sich machen.
(folgendes wurde mir soeben mitgeteilt: wenn man "kitzler" anklickt, erscheint anscheinend nicht das lustige bild eines kitzelnden mannes, wie es eigentlich sein sollte. ich habe absolut keine ahnung, wieso das so ist. denn wenn ich auf "kitzler" klicke, erscheint bei mir das bild dieses lustigen burschen, der sichtlich spaß an der kitzelei hat. ganz ehrlich.)

7/24/2005

phodopus sungorus (2)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "ich tanze einen wilden tanz." "sieht nicht schlecht aus, wie du tanzt." "das höre ich öfters." "ich wünschte, ich könnte tanzen wie du."

zwei löcher in seinem großen zeh

man hatte sich eine besondere mutprobe für yuppi, die müffelnde schlange, einfallen lassen. denn um in die berüchtigte gang-bang-gang aufgenommen zu werden, sollte sie dem sagenumwobenen priester ben ka-ball-a-ballah in den linken großen zeh beißen. er sei der lieblings-priester von shiva, dem lustigsten der drei hauptgötter der hindus, heilig und immun gegen schlangen-, skorpion- und löwenbisse, so sagte man. das wusste natürlich auch yuppi, und so war sie alles andere als frohen mutes, als sie sich auf dem weg zu ball-a-ballah durch die giftmülldeponie von neu delih schlängelte, in der es immer so fürchterlich nach toten katzen und füßen roch.
als sie den alten tempel erreicht hatte, in dem sich der priester für gewöhnlich aufhielt, war sich yuppi ihrer sache gar nicht mehr so sicher. sie zögerte kurz, bevor sie sich in den tempel schlängelte. ball-a-balla stand mitten im raum und meditierte. zumindest sah es so aus, als würde er meditieren. in wirklichkeit aber stand er einfach nur bewegungslos im raum, wie er es immer tat, wenn ihm langweilig war, und sah mit halbgeschlossenen augen die schlange auf sich zukommen. er wartete, bis diese seine blanken füße fast erreicht hatte, und sprang dann schwungvoll auf den kleinen, zerbrechlichen kopf von yuppi, der müffelnden und nun ziemlich toten schlange.
"elendige schlangen", sagte ball-a-ballah, setzte sich auf einen schemel und stach sich mit einer güldenen nadel zwei kleine löcher in seinen großen otto. anschließend erzählte er den leichtgläubigen leuten von der örtlichen presse, die schlange hätte ihn gebissen (wobei er den erstaunten journalisten die zwei löcher in seinem großen zeh zeigte) und sei danach einen qualvollen tod gestorben (wobei er den jetzt noch erstaunteren journalisten den zermatschten yuppi zeigte).

7/23/2005

füße wund

"ich habe so flinke füße, sieh wie schnell ich renne."
freund von hanna, 7 jahre

7/22/2005

phodopus sungorus (1)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "das möchtest du gar nicht wissen." "mmh, so eklig?" "wenn man darüber nachdenkt. ja." "oh. na gut. dann möchte ich auch nicht weiter stören." "gut." "wann kann ich meine zahnbürste wiederhaben?"

und siehe da, das wasser

als ich heute morgen den toilettendeckel hochklappte, da steckte ein kleiner junge in meinem klo, guckte traurig aus der wäsche und schniefte leise. auweia, dachte ich, sein kleiner körper muss in dem abflussrohr feststecken. und so fragte ich den kleinen jungen:
"hallo, kleiner junge. sag, wie bist du in mein klo gekommen?"
"ich weiß es nicht", sagte der kleine junge. "eben habe ich noch in meinem bettelein geschlafen und von einem einsamen vogel geträumt."
"war es denn ein schöner traum", wollte ich von ihm wissen.
"nein", der kleine junge schniefte erneut. "der einsame vogel wurde von einem klumpen aus schwerem stroh getroffen, stürzte ab und wurde dann von einem maulwurf gefressen."
"von einem maulwurf gefressen. das ist aber wirklich kein schöner traum", bestätigte ich ihn.
"kannst du mich hier rausholen", wollte der kleine junge plötzlich wissen und schaute mich dabei so flehend an, dass mein herz ganz schwer wurde.
"aber bestimmt. warte." ich ging zu meinem vorratsschrank, suchte und fand auch gleich den pümpel. "damit sollte es gehen", machte ich dem kleinen jungen mut.
dann drückte ich den roten saugnapf des pümpels gegen den kopf des kleinen jungen, und der napf saugte sich auch sogleich fest. ich aber begann mit aller kraft zu ziehen. und zu drücken. um anschließend wieder zu ziehen.
"aua", meinte der kleine junge, und ich zog noch ein wenig fester, bevor ich feststellen musste:
"das geht so nicht."
der kleine junge steckte noch immer in meinem klo fest, den pümpel auf dem kopf, und fragte: "nein?"
"nein. leider nicht", gab ich zu, machte zwei flinke handbewegungen und der pümpel löste sich wieder von seinem kopf, eine gigantische druckstelle hinterlassend. "aber vielleicht ..."
ich betätigte die spühlung. und siehe da, das wasser zog den kleinen jungen einfach mit nach unten.
"och", meinte ich. der kleine junge war verschwunden.

7/20/2005

einfach nur in meinem linken schuh

als meine füße endlich aufgehört hatten zu wachsen, da war es bereits zu spät. ein altes runzelweib mit einer blauen hupe hupte, und der türkisfarbene planet lp-deti flog nur knapp an meinem kopf vorbei. von da an war nichts mehr, wie es einmal war. meine mutter hatte mein rostiges kettcar verkauft und der gelbe dingdong-vogel, der oft einfach nur in meinem linken schuh saß und lustige lieder sang, war längst explodiert. nur die drei brotkrumen, die ich mir an regnerischen tagen gerne in die nase stecke, erinnern mich gelegentlich noch an ihn.

7/19/2005

noch schöner ist sie

der mysteriöse rattenmann hatte den überaus kleinen mann an einen holzpfahl gefesselt, betrachtete seinen gefangenen und fragte dann: "du gedichte magst?" der überaus kleine mann war auf der stelle wach, hob ruckartig seinen kopf, ignorierte den schmerz und starrte den rattenmann ungläubig an. zumindest glaubte er, dass es der mysteriöse rattenmann war, den er ungläubig anstarrte. denn der überaus kleine mann hatte bei dem keulenschlag seine brille verloren und sah jetzt ausser ein paar hellen flecken nur noch einige dunkle flecken, die sich allerdings nur unwesentlich voneinander unterschieden und allesamt ziemlich verschwommen waren. so starrte der überaus kleine mann nur ungläubig eine getränkekiste an, die nur etwa einen halben meter vor ihm stand. "ich ...", stammelte er. "ich, nein..." "ah, rattenmann hat gleich gesehen, dass zwergenhafter mann gedichte mag." der mysteriöse rattenmann lachte laut und einige minuten lang und begann dann mit tiefer aber unglaublich schöner stimme vorzutragen:
oh königin, so venerabel, will ständig küssen deinen nabel. und schonmal da, so will ich auch, küssen deinen bauch.
"neeeiiin. aufhören. kann es nicht ertragen", rief der überaus kleine mann. "nicht ..." "noch eine zweite strophe hat mein gedicht", lies sich der rattenmann nicht beirren und den kleinen schreihals wissen. "noch schöner ist sie." "nein. neeeiiin." ein kleiner afrikanischer elefant, der nur unweit vom rattenmann entfernt in einer blauen tonne aus holz wohnte, starb auf der stelle. zu laut brüllte der überaus kleine mann. "neeeiiin. töte mich. erlöse mich, bitte. töte mich." der mysteriöse rattenmann war verwirrt, mit der situation völlig überfordert und wusste nicht, was er tun sollte. noch nie hatte eines seiner opfer darum gebettelt, von ihm getötet zu werden. er kratzte sich unter seinem linken arm.

7/17/2005

nicht gleich alles auf einmal

als ich mir heute morgen eine frische unterhose anziehen und die getragene in den wäschekorb werfen wollte, da saß ein kleiner junge in dem haufen schmutziger wäsche, roch an einer meiner socken und schaute mich mit großen augen an. und so fragte ich den kleinen jungen:

"hallo, kleiner junge. sag, warum sitzt du hier in meinem wäschekorb?"

"es riecht so angenehm nach blumen", sagte der kleine junge, schloss seine augen und atmete tief ein. die socke hielt er dabei fest vor seine nase gepresst.

"nach blumen", fragte ich, bevor ich mich erinnerte: "ah, das muss an dem fliederspray liegen, mit dem ich meine socken einsprühe."

"es riecht so gut."

"ja, ich rieche den geruch von flieder auch sehr gerne", stimmte ich ihm bei. da kam mir plötzlich eine idee. "wenn du magst, schenke ich dir eine dose fliederspray."

"wirklich?"

"ja. natürlich. eine dose müsste ich noch haben." ich ging zu meinem vorratsschrank, suchte und fand auch gleich die letzte dose fliederspray.

der kleine junge hatte tränen in den augen, als ich ihm die dose gab. so sehr freute er sich.

"danke", sagte er, drückte auf den knopf der dose und versprühte den fliederduft im ganzen wäschekorb, bis nur noch eine helle wolke zu sehen war und der kleine junge anfing zu husten.

"ho. nicht gleich alles auf einmal", ermahnte ich ihn freundlich. "heb dir noch was für später auf." und der kleine junge hörte auf zu sprühen.

als sich die fliederwolke langsam verzog, war auch der kleine junge plötzlich verschwunden. nur die halbleere dose fliederspray lag zwischen meinen schmutzigen aber wohlriechenden sachen im wäschekorb.

7/15/2005

schmackhafter brotaufstrich

wenn sich herausstellen sollte, dass gehirnmarmelade nicht nur fabelhaft schmeckt, sondern auch klug macht, dann könnte ich mir glatt vorstellen, demnächst nur noch diesen schmackhaften brotaufstrich zu verzehren.

7/14/2005

aber sehr klein ist er

er hatte eine alte frau fragen müssen. alleine hätte er den gullideckel nicht einen millimeter bewegen können. aber die alte frau war sehr hilfsbereit gewesen und wuchtete den deckel aus schwerem metall ganz allein auf die straße. artig bedankte er sich bei der freundlichen frau. der weg zur kanalisation war nun frei. der überaus kleine mann sprang in das dunkle loch. "finden. ich werde dich finden", brüllte der kleine mann in die finsternis und fuchtelte wild mit seinem säbel, während die liebenswerte alte frau, die leider nur sehr schlecht hörte und noch weniger sah, von einem lastwagen überfahren wurde. der kleine mann, der seinen piratenhut schon lange verloren hatte, watete unbeirrt durch das knöcheltiefe wasser, das ihm bis zu den knien ging, und ignorierte die seltsamen geräusche, die aus allen richtungen zu kommen schienen. er hatte wichtigeres zu tun. er musste den reimer töten, bevor dieser ein neues gedicht verfassen konnte. bevor ... der überaus kleine mann blieb plötzlich stehen. er horschte. hatte er da etwas gehört? nur leise, sehr leise (und doch zu laut) erklang es in seinen ohren:
ein schmetterling, ganz klein und zart, flog durch die luft, auf seine art. die sonne schien, kein regen fiel, ließ er sich treiben, ohne ziel, mit flügelschlägen, wenig stark. es machte PIEP, und er erschrak, erkannte gleich und schrieh, das hungrig riesen-federvieh. das kämpfen, ne, war nie sein ding, jetzt ist er tot - der schmetterling.
"neeeeiiin", rief der kleine mann. "neeeeiiin." und lies sich auf seine knie fallen, was sich als keine sonderlich gute idee erwies, denn nun reichte ihm das wasser bis zu seinen brustwarzen. "ich kann es nicht ertragen", sagte er mehr zu sich selbst, doch hörte dies auch der mysteriöse rattenmann, der nun hinter dem überaus kleinen mann stand und fragte: "nicht ertragen? ertragen nicht? oh!?" dann hob er seine keule, holte aus und streckte den kleinen mann mit einen gezielten schlag auf den kleinen hinterkopf nieder. "sieht lecker aus. yum. lecker aus", meinte der myteriöse rattenmann, steckte den überaus kleinen und nun bewusstlosen mann in einen jutesack und zog ihn hinter sich her. "aber sehr klein ist er", stellte er doch ein wenig enttäuscht fest.

7/13/2005

bis nach panama (alternativ)

als ich heute morgen mein fenster öffnete, da saß ein kleiner junge auf dem fensterbrett und lächelte mich freundlich an. nun muss man wissen, dass ich im elften stock eines nicht wirklich schön anzusehenden hochhauses wohne, und nicht einmal eine regenrinne oder gar eine feuerleiter an meinem fenster vorbei führt. und so fragte ich den kleinen jungen:

"hallo, kleiner junge. sag, wie bist du hier heraufgekommen?"

"ich bin geflogen", sagte der kleine junge und reichte mir einen apfel.

"danke", sagte ich und nahm den apfel entgegen.

"es ist ein zauberapfel", sagte der kleine junge, sprang von dem fensterbrett und flog davon.

"ein zauberapfel", wiederholte ich. "lecker sieht er aus."

ich nahm schnell einen großen bissen von dem zauberapfel und kletterte nach draußen. dann stieß ich mich schwungvoll von dem fensterbrett ab und musste sogleich erkennen, dass es wohl doch kein zauberapfel war, den mir der kleine junge geschenkt hatte. denn anstatt über die dächer und wolken und bis nach panama zu fliegen, landete ich in einer mülltonne, aus der es bedrohlich nach toten katzen und füßen roch. und in der sich ein mann versteckt hielt.

"entschuldigung", sagte ich, war froh, dass ich den mann zumindest knapp verfehlt hatte, und sah, dass er angst hatte. doch anscheinend nicht vor mir, denn er sagte nur:

"gehen sie, gehen sie schnell. sie werden mich riechen."

ich wollte ihm noch sagen, dass man hier alles riecht, aber bestimmt nicht ihn, doch da hatte er sich schon eine schmutzige plastiktüte über den kopf gezogen.

7/11/2005

ein halbes jahr bestimmt schon

als ich heute morgen den schrank öffnete, da saß ein kleiner junge zwischen meinen sachen, verzog sein gesicht zu einer gar grauseligen fratze, machte komische schnarkengeräusche und obszöne gesten mit seiner zunge. da ich so früh am morgen nicht mit so etwas gruseligem gerechnet hatte, erschrak ich mich. und so fragte ich den kleinen jungen: "sag, kleiner junge. warum hast du mich so erschreckt?" "ich bin gar kein kleiner junge", behauptete der kleine junge. "ich bin ein monster." er machte wieder dieses seltsame schnarkengeräusch, wohl um seinen worten nachdruck zu verleihen. "ach, ein monster", vergewisserte ich mich. "in meinem schrank?!" "ja. hier wohne ich", sagte der kleine junge und schnappte mit seinen kleinen, spitzen und vermutlich sehr scharfen zähnen nach meiner hand. er verfehlte sie nur sehr knapp. "das ist ja ein ding." ich ging sicherheitshalber einen schritt zurück, bevor ich fragte: "aber sehr lange wohnst du da noch nicht, oder?" "ein halbes jahr bestimmt schon." "och", wunderte ich mich. "ich habe dich noch nie gesehen." ich griff vorsichtig nach meinem roten lieblings-pullover, streifte ihn schnell über und sagte: "dann wünsche ich dir noch einen schönen tag, kleiner junge." "ich bin ein monster", sagte der kleine junge. doch da hatte ich die schranktür schon geschlossen.

7/10/2005

folget mir, und ihr werdet ihn sehen

"meine brüder und schwestern, versammelt euch", sprach peni-pu pakanti, das geheiligte schaf und führer der mnabu-sekte. "unsere zeit ist gekommen."

seine brüder und schwestern hörten ihm gebannt zu. sie hörten ihm immer gebannt zu, wenn er sprach. und sie hörten auch gebannt zu, wenn er nicht sprach. denn es stand geschrieben:

"höret. höret gebannt. wenn regen fällt, des schäfers hund bellt, beim schlafe euch stören. gebannt sollt ihr hören. höret. höret gebannt. wenn der tau auf dem grase, fliege in nase, zum essen möhren. gebannt sollt ihr hören." (buch mnabu, kap 3, vers 276)

"der tag nach der nacht, er ist nun da, meine brüder und schwestern", sagte pakanti und machte eine dramatisch anmutende pause von 37 minuten. "wir werden ihn sehen, den großen mnabu."

"mäh", machte billy bob, das schaf mit den vier verkrüppelten beinen, denn es konnte sich nicht beherrschen. peni-pu pakanti blickte streng und zurechtweisend billy bob in die augen, bevor er fortfuhr:

"nun folget mir, meine brüder und schwestern. folget mir, und ihr werdet ihn sehen, den großen mnabu. lasset uns eins werden mit ihm. in ewiger glückseligkeit. in frieden, in freude." peni-pu pakanti blickte zum himmel empor, als würde er auf ein zeichen mnabus warten. dann blickte er auf seine brüder und schwestern hinab, nickte ihnen beinahe unmerklich zu, drehte sich um und sprang von der klippe.

seine brüder und schwestern folgten ihm ohne zu zögern. bald schon würden sie bei ihm sein, dem großen mnabu, dem größten und mächtigsten gott der schafe.

7/09/2005

hasen tanzten um die wette

hasen tanzten um die wette, tanzten wild und tanzten lang. kam ein kleiner frosch vorbei, hüpfte, sprang und sang

ein lied.

doch die hasen müde wurden, anders als der kleine frosch. der sang weiter, lauter, sch…

"aufhören", rief der überaus kleine mann, der beinahe seinen piratenhut verlor, als er wieselflink die riesige tanne hinauf kletterte. "hör endlich auf mit diesen miesen reimen", brüllte er noch um einiges lauter, woraufhin dem kleinen mädchen, das neben der tanne stand und ihn beobachtete, das trommelfell platzte. als der mann die spitze der tanne erreicht hatte und diese fest umklammert hielt, lies er seinen blick durch die gegend schweifen. doch fanden seine schwachen augen nicht das, wonach er suchte. denn der poet hatte schon lange aufgehört zu reimen, lag daheim in seinem bett (27.542 kilometer von der tanne und dem säbelbewaffneten mann entfernt) und ahnte noch nicht einmal, dass ein überaus kleiner mann mit piratenhut ihm nach dem leben trachtete. stattdessen dachte er über einen neuen reim nach ...

7/08/2005

auf meinen schultern nach unten

als ich heute morgen die haustür öffnete, da saß ein kleiner junge auf der fußmatte und hielt sich seine blanken füße. sie waren voller blasen und ziemlich schmutzig. da sah ich, wie eine träne aus seinem linken auge quoll und langsam die wange hinunter kullerte. und so fragte ich den kleinen jungen: "hallo, kleiner junge. sag, warum weinst du denn?" "der fahrstuhl", sagte der kleine junge. "er ist kaputt." "ja, der ist kaputt", bestätigte ich ihn. "schon seit drei tagen." "seit drei tagen", wiederholte der kleine junge und fing noch lauter an zu weinen. "aber das ist doch nicht schlimm", versuchte ich ihn zu beruhigen. "wenn du magst, werde ich dich auf meinen schultern nach unten tragen." da hörte der kleine junge auf zu weinen und freute sich. er schien seine schmerzenden füße vergessen zu haben, sang ein lied und tanzte um mich rum. anschließend fiel er vor mir auf die knie, küsste meine füße und bedankte sich. wieder und wieder. dann trug ich ihn auf meinen schultern nach unten. "mach es gut, kleiner junge", verabschiedete ich mich von ihm, während ein überaus kleiner mann mit piratenhut, verteufelt dicken brillengläsern und mit sichtlich viel wut im bauch säbelrasselnd an mir vorbei lief.

7/07/2005

bedingt lustige pseudo-schüttelreime

der überaus kleine mann, der dies las, wurde daraufhin sehr wütend. er trug einen piratenhut, eine Brille mit Gläsern so dick wie Panzerglas auf der Nase und hatte eine Narbe auf seiner rechten Wange, die allerdings nur aufgemalt war. wenn es wenigstens ein richtiger schüttelreim gewesen wäre. oder zumindest ein einigermaßen witziger. aber so. bedingt lustige pseudo-schüttelreime verabscheute er. noch mehr als kobolde, schokolade mit nüssen oder alles andere auf der welt. denn was sich reimt, so wusste der kleine mann, war noch lange nicht gut.
er nahm seinen säbel, versuchte grimmig zu gucken und begann, die 27.542 Stufen seines Leuchtturmes hinab zu steigen ...

7/06/2005

der einsame vogel, der von einem klumpen aus schwerem stroh getroffen wird (wird sterben)

ein vogel einst sehr traurig war, denn war allein und keiner da. flog er umher, stets ohne ziel, bis was ihn traf, hinab er fiel. am boden dann, schlug er hart auf, das was ihn traf, fiel auf ihn drauf. nun liegt er dort, begraben unter, noch nicht ganz tot, nicht wirklich munter, einem klumpen aus schwerem stroh, wäre dieser leicht, der vogel froh. das schicksal dann, nahm seinen lauf, ein maulwurf kam und fraß ihn auf.

7/04/2005

sie werden mich riechen

tote katzen in der mülltonne. das ist kein gutes zeichen. doch bin ich mir nicht sicher. vielleicht sind es auch gar keine toten katzen, die ich rieche, sondern füße. vielleicht sind es wirklich nur füße. wahrscheinlich. dieser beissende geruch. es müssen füße sein. ja, es bestehen keine zweifel. nein. jetzt, wo ich darüber nachdenke, sicher bin ich mir nicht. nachgeschaut habe ich nicht. traue ich mich nicht. man weiß nie, was man finden wird, wenn man es nicht sucht. wie dem auch sei. ich fühle mich beobachtet. sie beobachten mich. es ist besser, ich gehe jetzt. deswegen gehe ich jetzt. aber ich weiß nicht wohin. denn bestimmt werden sie schon dort sein. und warten. ich sollte mich verstecken. sofort. denn vielleicht ist es noch nicht zu spät. am besten wird sein, ich kletter in die tonne. zu den füßen. und den katzen. ich habe angst. und alles stinkt. ich bald auch. sie werden mich riechen ...

7/03/2005

bis nach panama

als ich heute morgen mein fenster öffnete, da saß ein kleiner junge auf dem fensterbrett und lächelte mich freundlich an. nun muss man wissen, dass ich im elften stock eines nicht wirklich schön anzusehenden hochhauses wohne, und nicht einmal eine regenrinne oder gar eine feuerleiter an meinem fenster vorbei führt. und so fragte ich den kleinen jungen:

"hallo, kleiner junge. sag, wie bist du hier heraufgekommen?"

"ich bin geflogen", sagte der kleine junge und reichte mir einen apfel.

"danke", sagte ich und nahm den apfel entgegen.

"es ist ein zauberapfel", sagte der kleine junge, sprang von dem fensterbrett und flog davon.

"ein zauberapfel", wiederholte ich. "lecker sieht er aus."

ich nahm schnell einen großen bissen von dem zauberapfel und kletterte nach draußen. dann flog ich über die dächer und wolken und bis nach panama.

morgen komme ich zurück.