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8/31/2005

fragmentgeschichte - teil 14

"hallo", höre ich mich rufen. keine antwort. "ist hier irgendwer?" nichts. nur diese tiefblaue dunkelheit um mich herum. lediglich von dem schriftzug über mir geht etwas licht aus. blassgrün. irgendwie gruselig. ich trete zum rand des streifens, auf dem ich stehe, und blicke hinunter. dunkelblaue leere. ich lehne mich weiter vor und lese "fragmentgeschichte - teil 14". fragmentgeschichte - teil 14? was hat das zu bedeuten? "fall da besser nicht runter", erklingt eine stimme hinter mir, und ich muss wild mit den armen rudern, damit ich nicht das gleichgewicht verliere und in die tiefe falle. ich taumel ein stück zurück und stoße mir den kopf an einer grauen fünf, die in kopfhöhe über der schriftzeile schwebt. "verdammt", stöhne ich und reibe mir mit meiner hand den kopf. kein blut. keine platzwunde. glück gehabt. "das kann mir nicht passieren", sagt die stimme, und ich meine ein quikendes kichern zu hören. dann erkenne ich den kleinen hamster, dem ich bereits in teil 10 der fragmentgeschichte begegnet bin. moment. wieso teil 10? was hat das nun wieder zu bedeuten? und wieso frage ich den kleinen kerl: "hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du hier?" "tja. um ehrlich zu sein, ich habe keine ahnung. irgendwann war ich plötzlich hier." "ah. du sein hier." mir wird eine große, dunkle hand auf die schulter gelegt. "mamumbo dich schon haben gesucht." "oh. hallo ... mamumbo", bringe ich mühsam hervor. "du bist also auch hier." "aber ja. ich schon waren in teil 8, 10 und 12 hier. in teil 9, 11 und 13 ich waren nicht hier, sondern wo anders." "wo anders?" "ja, hier." "ah." ich mache eine pause. "das verstehe ich nicht." plötzlich steht general mucky muck neben mir und sagt: "keiner das wirklich verstehen. aber auch nicht seien so schlimm. glauben wir." "nicht seien schlimm", wiederhole ich resignierend. dann höre ich einen schaukelstuhl knarzen. dieses mal erschrecke ich mich nicht. "hallo, knuffel", begrüßt mich meine oma, und ich sehe, wie sie mir mit ihren nackten füßen zu winkt. ich winke zurück. mit den händen. plötzlich stehen etwa dreihundert kamburianische klonkrieger neben uns, und ich meine sogar hans und günther, die beiden nazi-schergen, am ende der reihe erkennen zu können. wie von einer unsichtbaren macht getrieben, ohne dass ich etwas dagegen tun kann, fassen wir uns alle bei den händen, während der kleine dsungarische zwerghamster an mir hochklettert und auf meiner schulter platz nimmt. dann fangen wir langsam an zu schunkeln, bevor wir gemeinsam singen: "we are the world, we are the children. we are the ones who make a brighter day, so lets start giving. there's a choice we're making. we're saving our own lives. it's true we'll make a better day, just you and me ..." zum ersten mal in meinem leben gefällt mir dieses fürchterliche lied, und ich singe lauter und schöner als jemals ein mensch zuvor gesungen hat. und endlich. endlich ergibt alles einen sinn. teil 1, teil 2, teil 3, teil 4, teil 5, teil 6, teil 7 teil 8, teil 9, teil 10, teil 11, teil 12, teil 13, teil 14

8/30/2005

jede menge abwechslung

gefahrensucher
die arbeit des gefahrensuchers wird zwar nicht sehr gut bezahlt und ist mitunter ziemlich gefährlich, bietet dafür aber jede menge abwechslung.

anders an

ordnet man die buchstaben anders an, lässt sich aus "hund" das wort "dnuh" bilden, welches allerdings keinen sinn ergibt.

8/29/2005

fragmentgeschichte - teil 12

"willkommen in kamburia", meint mamumbo freudestrahlend, als ich aus der hütte trete. ich erschrecke. etwa dreihundert dunkelhäutige männer, die mamumbo verteufelt ähnlich sehen, stehen in reih und glied vor der hütte und strahlen ebenso freudig wie mamumbo neben mir. ich schaue mamumbo an, schaue mir die anderen mamumbos an, und erkenne keinen unterschied. verblüffend. was zum heiligen glorfindel ist das hier, frage ich mich. die klonarmee von kamburia? "wir seien klonarmee von kamburia", sagt mamumbo nicht ohne stolz. "das ... habe ich mir schon gedacht." ich versuche weniger überrascht zu gucken, als ich in wirklichkeit bin, was mir allerdings nicht wirklich gut gelingt. "und ich bin general mucky muck", sagt die frau, die mich erst vor kurzem aus den händen der nazis rettete. "sie sind kein ... kamburianer", frage ich general mucky muck. "warum sollte ich keiner sein?" "sie sehen ... anders aus. und sie sprechen auch ... anders." "das nur seien tarnung um auf erdenplaneten nicht zu fallen auf", meint frau muck und beginnt, sich mit ihren schlanken fingern am hals herumzufummeln. dann zieht sie sich ihr schönes gesicht und die wundervollen langen haare vom kopf, und ein weiterer mamumbo blickt mir entgegen. wenn auch nicht ganz so freudig strahlend wie die anderen. "wir mussen gehen zu weiser alter frau. sie dir wird beantworten all deine fragen", meint general mucky muck und streift sich seine weiblichen hände wie handschuhe ab. die dunklen pranken eines kamburianers erscheinen. die grüne sonne kamburias strahlt grell vom roten himmel, während wir über blaues gras gehen und uns einem riesigen baum nähern, dessen türkisfarbener stamm einen durchmesser von gut und gerne dreißig meter umfasst. als wir ihn erreichen, erkenne ich eine tür. mamumbo öffnet sie, und general muck, mamumbo und ich betreten den baum, während die dreihundert klonkrieger, die uns die ganze zeit gefolgt waren, lächelnd draußen bleiben. die räume, die wir durchschreiten, sind altmodisch eingerichtet und ... mein herz bleibt beinahe stehen, als ich ein geräusch höre, das ich zwar nicht sofort zuordnen kann, mich aber dennoch mit schrecken erfüllt. wir betreten einen weiteren raum. das knarzige geräusch, nun lauter. dann erblicke ich einen schaukelstuhl, direkt vor mir. in ihm sitzt eine alte frau, fast völlig nackt, wippt vor und zurück. vor und zurück. vor, zurück. ihre blanken füße blicken mir verschrumpelt entgegen. teil 1, teil 2, teil 3, teil 4, teil 5, teil 6, teil 7, teil 8, teil 9, teil 10, teil 11

what did I do to deserve ...

... this?

8/27/2005

fragmentgeschichte - teil 10

ich nehme den rosfarbenen schlafanzug an mich und schüttel verwundert meinen kopf. der traum, erinnere ich mich. verdammt. die toten glatzköpfe in meinem traum trugen ebenfalls rosafarbene schlafanzüge. was hat das nur zu bedeuten? hat das was zu bedeuten? ich streife mir den schlafanzug über. "ah, gut er dir stehen", nickt mamumbo mir lächelnd zu. ich nicke zurück, ohne zu lächeln. "wären wir dann so weit?" die frau beginnt wieder, stress zu machen. das scheint ihr job zu sein. macht sie gut. wieso wir uns immer noch beeilen müssen, kann ich nicht nachvollziehen. es müsste schon mit dem teufel zugehen, wenn nazi günther den schacht im maisfeld entdeckt und uns bis hier hin folgt. wo sind wir überhaupt? nur eine von vielen fragen. mein leben scheint nur aus fragen zu bestehen. "weiter", sagt die frau. fragen und rennen. ich folge der mysteriösen fremden und dem debilen rattenfresser, bis wir plötzlich stehen bleiben. "das dimensionstor. es müsste hier sein." "das dimensionstor", wiederhole ich, lache laut auf und ernte den bösen blick der langbeinigen frau. "es nicht da seien wo sollen", stellt mamumbo derweil fest. "was wir jetzt machen?" "in die luft spucken und lachen", sagt die frau, und ich lache über ihren scherz. bis mamumbo anfängt zu lachen und in die luft zu spucken. ich lasse mich zu boden sinken und beobachte die beiden, wie sie ihr seltsames ritual aufführen. lachend und spuckend. eklig. erwartet man von mir, dass ich mitmache? nein, sicher nicht. das würde mich die frau schon wissen lassen. "ziemlich fiese sache, nicht wahr", stellt das kleine wesen, das neben mir im gras hockt, fest. ein hamster? könnte sein. "ja", sage ich, als die luft vor mir plötzlich anfängt zu flimmern und eine blaue, wabernde fläche erscheint. "da sein endlich tor nach kamburia. kamburia", brüllt mir mamumbo freudestrahlend ins gesicht, und ich erschrecke ein wenig. "gut", höre ich die frau sagen. "hindurch." ich richte mich auf und möchte mich von dem kleinen hamster verabschieden. aber er ist schon weg. teil 1, teil 2, teil 3, teil 4, teil 5, teil 6, teil 7, teil 8, teil 9

aktion "rettet heinz"

"rettet heinz. rettet heinz! heinz ist in not. so helft ihm doch." "ja, ich werde ihn retten, ich werde ... hoho. moment. nicht so schnell. warum soll ich heinz retten", werden sie fragen. natürlich zurecht. warum sollten sie heinz, den sie wahrscheinlich noch nicht einmal kennen, retten. "und wovor überhaupt? was bekomme ich denn dafür?" ebenfalls sehr gute und berechtigte fragen. nachfragen, hinterfragen. das ist immer gut. erst fragen, dann handeln. oder besser noch: fragen, vor- und nachteile abwägen, und dann erst handeln. oder eben nicht. das ist ja auch richtig so. ist das richtig so? muss es doch sein. gut überlegt. man will ja schließlich nicht nass werden. "wenn ich nicht schwimmen kann, gehe ich auch nicht ins wasser", rufen sie heinz zu, während dieser wasser schluckt und die strömung ihn nach unten zieht. "selber schuld", werfen sie ihm vor und machen es für eine gute sicht auf den ertrinkenden heinz den rettungskräften wirklich nicht leicht, an ihnen vorbei zu kommen. "nein", sagen sie? schütteln den kopf. sie würden heinz helfen. nicht zögern oder einfach nur gaffen. heinz retten. obwohl sie ihn nicht kennen. und auch auf die gefahr hin, dass sie nass werden und sich eine erkältung zuziehen. unter einsatz ihres eigenen lebens. und ohne dass sie dafür bezahlt werden. quasi ehrenamtlich. das ist aller ehren wert. und das ist gut. sie retten damit mehr als ein menschenleben. und dürfen sich dafür einen dieser wundervollen "rettet heinz"-buttons an die jacke heften. ____________________________________________ heinz-retter: meiner einer (tod eines zu mittag speisenden) frau lux (thoughts@work) patrick w. (verbal essence) frau kleine-anja (clown inside) liroy, lha und pulsiv (neubaublog) tanja und matthias (web-junkies) sirdregan (dreggsblogg) tobias (tobias walter) dliessmgg (sgt. dliessmgg...) mcvoss (austernfischer) der_elektrolyt (luzidtraum) werden auch sie ein heinz-retter - noch heute. (wie? so: einfach einen der drei wunderhübschen "rettet heinz"-buttons in ihren blog einbauen. oder auch alle drei. wie sie lustig sind.)

8/26/2005

fragmentgeschichte - teil 8

es fällt mir schwer, der unbekannten zu folgen. mehrmals dreht sie sich zu mir um und ermahnt mich, schneller zu laufen. dabei humpel ich doch schon, so schnell ich kann. wenn sie den anderen nazi auch noch erledigt hätte, müssten wir auch nicht so schnell laufen. gut. so ist es natürlich spannender. kann ich gerne drauf verzichten. will nur noch nach hause. wo auch immer das sein mag. besser als eine hetzjagd durch's maisfeld. da fällt mir ein, ich kenne ein lustiges gedicht über mais. werde ich der fremden vortragen, wenn wir in sicherheit sind, und ... sie bleibt stehen. ich schaffe es nur mit größter mühe, nicht in sie hinein zu humpeln. sie geht in die hocke, ignoriert mich und tastet mit ihren händen den staubigen boden ab. ich versuche derweil zu atem zu kommen, stütze mich mit meinen händen auf den oberschenkeln ab. sie wird schon wissen, was sie tut. "hier runter", sagt sie, und ich sehe, dass sie einige holzbretter vom boden gelöst hat und diese nun achtlos hinter sich wirft. "was ...?" "schnell. da rein." ein schacht, der nach unten führt, und das mitten im maisfeld. surprise, surprise. was kommt als nächstes? besattelte schweine mit grubenarbeiterhelmen, auf denen wir durch unterirdische geheimgänge in die freiheit reiten? würde mich nicht wundern. "runter jetzt", befielt meine strenge retterin. ich kletter auf einer klapprigen leiter nach unten. ein tunnel. steinerne wände. kaum licht. ich stolper und drohe zu fallen, doch eine riesige hand hält mich am kragen. "du besser nicht da runter fallen. haha." ich erkenne einen farbigen mann, der fast doppelt so groß ist wie ich. ihm gehört die hand, die mich immer noch festhält. mit der anderen deutet er in das loch, in das ich beinahe gefallen wäre. "wenn du da runter fallen, haha, du mussen kämpfen gegen mutierte maulwurf-horde, haha. sehr giftig. sehr gefährlich." mutierte maulwürfe? was es nicht alles gibt. "mamumbo, wo sind die besattelten schweine mit den grubenarbeiterhelmen?" die frau steht nun neben mamumbo und mir im tunnel. "loch gefallen", meint mamumbo und geht sicherheitshalber einen schritt weg von der frau. "verdammt", schnaubt sie. "da lang." wir laufen in die von ihr bestimmte richtung. die schritte des dunkelhäutigen riesen sehen dabei irgendwie luftig aus. seine füße berühren kaum den boden. er scheint zu schweben. entweder ist er ein elf, was ich für sehr unwahrscheinlich halte, oder stockschwul, was ja durchaus sein kann. er schaut mich an, und seine perlweißen zähne blitzen in der dunkelheit auf. lächelt mamumbo mich an? ich laufe schneller. teil 1, teil 2, teil 3, teil 4, teil 5, teil 6, teil 7

phodopus sungorus (9)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "ich versuche, mein gedächtnis zu verlieren." "indem du dir deinen fressnapf gegen den kopf haust?" "so sieht's aus. wenn ich das nur oft genug ..." "was ist los?" "ich ..." "alles in ordnung?" "denke schon." "das ist gut. ich dachte schon ..." "darf ich mich ihnen vorstellen. ich glaube, wir kennen uns noch nicht."

8/25/2005

13 zu neun für rechts

nach neun verlorenen punkten in folge spielte sich rechts geradezu in einen rausch.

fragmentgeschichte - teil 6

ich laufe durch eine endlose weiße. die helligkeit um mich herum blendet mich und schmerzt in meinen augen. doch irgend etwas hindert mich daran, sie zu schließen. ich laufe weiter durch das weiße nichts. weiter, immer weiter. zielstrebig, bleibe nicht stehen. ich sehe einen schwarzen punkt, weit vor mir. er wird größer, je näher ich ihm komme. ich laufe schneller und erkenne schließlich eine tür, die inmitten dieser weißen leere steht. meine schritte werden langsamer, vor der tür bleibe ich stehen. ich öffne sie und gehe hindurch. der gang ist finster und lang. meine augen brauchen eine weile, bis sie sich an die dunkelheit gewöhnt haben. die wände scheinen aus einem dunklen metall zu sein. alte neonröhren flimmern an der decke, ein krankes licht geht von ihnen aus. dann bemerke ich den glatzköpfigen mann, der neben mir auf dem boden liegt. er trägt einen rosafarbenen schlafanzug und ist friedlich am schlafen. er ... nein. ein loch in seiner stirn. blut. der mann ist tot. ich beachte ihn nicht weiter und gehe durch den gang. erst jetzt bemerke ich, dass sich noch weitere tote glatzköpfe in rosafarbenen schlafanzügen in dem gang befinden. bizarr. ich zähle vier, nein, fünf tote, und gehe schneller. ich höre ein geräusch. ein knarzen. gleichmäßig. unheimlich. ich komme zu einem raum und betrete ihn. der raum ist klein, altmodisch eingerichtet und wird nur durch eine kerze schwach beleuchtet, die auf einem runden tisch aus mahagoni steht. neben dem tisch, ein schaukelstuhl. von ihm geht das knarzige geräusch aus. vor, zurück. vor, zurück. vor ... ich erschrecke. in dem schaukelstuhl sitzt eine überaus alte frau. sie trägt einen hauch von nichts, und ihre starren augen blicken mich an. sie lacht. ich soll näher kommen, sagt sie. mit heiserer stimme lässt sie mich wissen, dass sie mich berühren möchte. meine füße setzen sich in bewegung, kann sie nicht aufhalten. dann stehe ich vor der alten. das knarzen hat aufgehört, obwohl sich der schaukelstuhl noch immer bewegt. ich höre nur noch ihre röchelnde stimme. sie streckt mir einen verschrumpelten fuß entgegen, lacht, und ich sehe verfaulte zähne. sie sagt, ich solle ihren fuß anfassen. ihn massieren. angewidert fasse ich den jahrhunderte alten fuß an und beginne mit einer fußsohlenreflexmassage. stimulierung der akupressurpunkte im mikrosystem der fußsohle. das kann ich. meine hände sind flink und zart, die faltige haut des fußes trocken, der geruch bitter. wieder dieses lachen, stöhnen. sie öffnet ihren mund, ein blutiges geschwür. ihre zunge. fäulnis. und ... "aufwachen, mistkerl." ein schwarzer stiefel trifft meine nieren. besser als die füße einer steinalten frau. ich atme erleichtert auf und muss grinsen. ein zweiter tritt raubt mir die luft. teil 1, teil 2, teil 3, teil 4, teil 5

rübenkraut vom linken großen

bei den mokunanern ist es tradition, dass bei einer hochzeit der bräutigam seiner braut drei stunden vor der vermählung rübenkraut vom linken großen zeh leckt, wodurch ihm der start in die knechtschaft der ehe versüßt werden soll.
unabhängig davon leben die mokunaner auf pfählen, was nicht nur sehr lustig aussieht, sondern auch sehr platzsparend ist.

8/24/2005

fragmentgeschichte - teil 4

so hatte ich mir das nicht vorgestellt. die massige faust des wortkargen kerls stoppt meinen flug und bricht mir das, was vorher meine nase und ganzer stolz war. ich schlage unsanft auf dem waldboden auf. dieses mal mildern nur wenige blätter meinen aufprall. pech gehabt. ich sehe zwei ameisen verschreckt vor mir weglaufen und den fremden, der von hier unten noch um einiges bedrohlicher aussieht, auf mich zukommen. langsam und siegessicher. er denkt noch nicht einmal daran, seinen geschwätzigen kumpanen zu rufen. er sagt etwas, dass sich nach "hnglmpf" anhört, aber wahrscheinlich etwas völlig anderes bedeutet. seine stechenden augen blicken auf mich herab. dann bleibt er vor meinem kopf stehen und grunzt. oder lacht er? mit ein wenig fantasie könnte man auch meinen, der hühne vor mir sagt ein gedicht auf. egal. ich handel automatisch und schnell. meine rechte hand greift zu einem ast, während ich mich mit der linken hand abstütze. die benommenheit ist vergessen, als ich den ast mit aller kraft dem riesen-nazi in die klöten stoße. keine reaktion? doch. ich glaube, sein blick hat sich verändert. er scheint überrascht zu sein. gut, denke ich, und schlage ihm den ast mit voller wucht gegen sein linkes ohr. jetzt grinst der riese. gleich nicht mehr. drei, vier schnelle schläge mit dem ast treffen ihn mitten im gesicht. blut verdeckt nun sein grinsen. er geht in die knie. das war leichter als erwartet. zu früh gefreut. eine eiserne hand umfasst mein bein. der schmerz ist kaum auszuhalten, und mein gesicht verzieht sich zu einer grimasse. mit beiden händen halte ich den ast umklammert, hole ein letztes mal aus. ich treffe seinen kopf. ein knacken. der ast ist hinüber. sein kopf auch. home run. teil 1, teil 2, teil 3

8/23/2005

vor meiner fototapete

turrican
damals, als ich noch mitglied der "united planets freedom forces" war und in meiner kampfrüstung dem universum seine freiheit wiederbrachte, war alles besser. ich ballerte mit meinem laser auf fliegende metall-dinger, sammelte power-ups und unzählige goldene diamanten ein und vernichtete schließlich die böse maschine. ich war ein held. heute sitze ich die meiste zeit einfach nur vor meiner fototapete und zähle die sekunden. manchmal denke ich, es wäre vielleicht besser gewesen, wenn die böse maschine mich besiegt hätte.

8/22/2005

fragmentgeschichte - teil 2

meine schritte sind unsicher. ich schwanke mehr als dass ich gehe, suche an jedem baum halt. was zum heiligen bombadil ist nur mit mir passiert? bin immer noch etwas benommen und komme mir vor, wie der namenlose held in einem computerspiel. ausgesetzt. ohne gedächtnis und orientierungslos. und natürlich ohne waffen. in einem spiel würden mir wahrscheinlich gleich zwei nazis über den weg laufen, die ich mit meinen bloßen händen töten muss, um an ihre waffen zu kommen. oder andere schurken. vielleicht auch monster. unwahrscheinlich. ein komischer gedanke. hat mein leben etwas mit dem töten anderer zu tun? oder habe ich einfach nur zu viele dieser gewaltverherrlichenden spiele gespielt? weiß der geier. ich jedenfalls weiß es nicht. muss aufpassen, dass ich nicht das gleichgewicht verliere. verdammt. das letzte mal, als ich mich so gefühlt habe, war nach onkel bobs geburtstagsfeier. auf seinem alten hühnerhof. ich weiß noch genau, dass onkel bob immer hundertprozentigen alkohol mit lauwarmer hühnerbrühe gemischt hatte. ein teufliches gesöff. würde aber viel lieber wissen, wer dieser onkel bob überhaupt ist. wahrscheinlich mein onkel. vielleicht aber auch nur ein alter mann, den sie alle onkel bob nennen. bringt mich nicht weiter. kann mich auch nicht erinnern, wo seine hühnerfarm ist. erinnerungsfetzen. nichts zusammenhängendes. und wo ist diese verdammte landstraße? ich hätte sie schon längst erreichen müssen. wenn ich doch nur ... was ist das? ich sehe zwei männer, nur wenige meter vor mir. vielleicht nazis? wohl kaum. blicken nicht in meine richtung. glück gehabt. ich will mich zu boden werfen, doch mir fehlt dazu die kraft. so lasse ich mich einfach fallen. weiches laub federt meinen sturz ab. die männer haben mich nicht bemerkt. teil 1, teil 3

die glöckchen an meiner kappe

ich war nackt. nein. nicht völlig nackt. denn auf dem kopf trug ich die kappe eines narren. die kleinen glöckchen an den spitzen erklangen hell, wenn ich meinen kopf bewegte, was ich lustig fand. und so schüttelte ich meinen kopf unentwegt. nach einer langen weile freudigen kopfschüttelns und glöckchenklingens fingen meine füße plötzlich an zu jucken. dann begannen sie, sich zu bewegen. meine füße tanzten, während ich auf einer bank im schatten eines baumes saß, und sie fasziniert beobachtete. wie flink sie sich bewegten. ich pfiff eine lustige melodie, und meine füße tanzten dazu. ich lachte kurz auf, als es meinen ganzen körper durchfuhr, begann zu beben und zu zappeln, und schließlich tanzte ich nackt und schnell, drehte mich im kreise wie ein wahnsinniger derwisch und merkte nicht, wie ich langsam den verstand verlor, während die glöckchen lauter erklangen als jemals zuvor. so tanzte ich und tanzte ich, warf meinen körper nach vorne, den kopf zurück und tanzte und ... applaus. applaus. und zugabe rief jemand links von mir. lachen. johlen. und ohrenbetäubendes klatschen. dann nur noch rauschen und langsam eintretende schwärze. ich drehte mich ein letztes mal und sank erschöpft zu boden. die jacke, die mir grobschlächtige männer mit polierten glatzen anlegten, schnürte meine arme fest und ließ nur wenig freiraum. sie schoben mich in einen wagen, und ich schlief ein. ich erwachte in einem leeren raum. schnell stellte ich fest, dass dessen blassen wände sanft nachgaben, wenn ich meinen kopf gegen sie stieß. das gefiel mir, und so kniete ich mich vor eine dieser elastischen wände und stieß meinen kopf immer und immer wieder gegen sie. lachend und vor freude schreiend. kreischend. und jedes mal erklangen die glöckchen an meiner kappe. hier wollte ich bleiben. hier sollte ich bleiben.

8/20/2005

treuer begleiter

votan
seitdem votan mein treuer begleiter ist, klappt's endlich auch mit den frauen.

8/19/2005

zwischen daumen und zeigefinger

als ich mir heute morgen eine dose mais aufmachte, da blickte mir aus dieser ein kleiner junge entgegen. er war sehr dick und gerade dabei, sich das letzte maiskorn in seinen unglaublich riesigen mund zu stecken. und so fragte ich den kleinen jungen: "hallo, kleiner junge. sag, wie bist du in die dose mais gekommen? und hast du wirklich den ganzen mais alleine aufgegessen?" der kleine junge nickte und sagte etwas, doch konnte ich ihn nicht verstehen. sein mund war immer noch voller mais. "lass dir ruhig zeit und hetz dich nicht", sagte ich zu ihm. "sonst verschluckst du dich noch." da verschluckte sich der kleine junge und hustete winzige brocken halb zerkauten mais aus. allerdings schien noch immer etwas mais seine luftröhre zu verstopfen, und so hustete, röchelte und hustete er wieder und wieder. ich reagierte schnell, drehte flugs die dose, und der kleine junge purzelte atemlos und mit hochrotem kopf auf den küchentisch. "sorge dich nicht, kleiner junge. ich werde dir das leben retten", versprach ich ihm, und so begann ich vorsichtig mit meinem kleinen finger seine brust zu massieren. ich hatte keine ahnung, ob das was bringen würde, doch sagte ich: "siehst du, kleiner junge. gleich geht es dir wieder besser." sein kopf hatte mittlerweile eine sehr unnatürliche farbe angenommen, und seine augen begannen, aus den höhlen hervorzuquellen. das machte mir angst, und ich intensivierte meine kleiner-finger-brustmassage. es sah nicht so aus, als würde es ihm gleich wieder besser gehen. "doktor. wir verlieren ihn", hörte ich eine besorgte frauenstimme mit spanischem akzent in meinem kopf sagen. und ich dachte: oh, wie sonderbar. ich bin doch gar kein doktor. "das skalpell. schnell", reimte ich völlig unabsichtlich. und eh ich mich versah, hielt ich das alte brotmesser meiner oma in der hand. "tupfer", hörte ich mich sagen, so wie es ärzte in solchen situationen immer zu sagen pflegten. ich wollte gerade zum luftröhrenschnitt ansetzen, wie ich es doktor mabuse im fernsehen oft habe machen sehen, doch da hatte der kleine junge auch schon aufgehört zu husten. und zu atmen. leblos lag er neben der dose mais auf meinem küchentisch. "wir haben ihn verloren", stellte die spanierin in meinem kopf fest. ich aber ignorierte sie und begann wieder, mit meinem kleinen finger auf die winzige brust des kleinen jungen zu drücken. "du darfst nicht sterben", flehte ich ihn an und zerquetschte aus versehen seinen brustkorb. "doktor. es hat keinen sinn. er ist tot. hören sie auf." "nein. ich werde ihn wiederbeleben", behauptete ich. doch langsam wurde mir klar, dass es mir nicht gelingen würde, sein junges leben zu retten. die weibliche stimme in meinem kopf hatte recht. der kleine junge war tot und würde es auch bleiben. "ach, kleiner junge. warum musstest du auch nur den mund so voll nehmen", fragte ich den toten jungen, der mir nicht mehr antworten konnte. ich nahm ihn vorsichtig zwischen daumen und zeigefinger, öffnete mit meinem rechten fuß die biotonne und entsorgte ihn umweltgerecht. dann machte ich mir eine neue dose mais auf.

8/18/2005

aber wahr

"gerichtsshows." "schau ich mir nicht an." "eh alles nur erfunden." "und fern der realität." "was ist mit talkshows?" "sind traurig." "aber wahr."

8/17/2005

so tage

"es gibt so tage." "was für tage?" "da verschläft man fürchterlich, hat beim aufwachen einen geschmack im mund, als hätte man die ganze nacht auf den hartgekochten eiern von vor drei monaten rumgekaut und weiß schon beim aufstehen ganz genau: der hotbutton wird heute definitiv zu schnell für mich sein." "oh. und heute ist einer dieser tage?" "nein. heute ist ein guter tag."

8/16/2005

phodopus sungorus (8)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?"
"ich putze mich." "wieso bist du überhaupt so dreckig?" "ich war ... im garten." "riecht aber so, als wärst du in der kanalisation gewesen, um einen überaus kleinen mann aus den fängen des mysteriösen rattenmannes zu befreien." "oh. glaub mir. das riecht nur so." "war ja auch nur ein spaß."

8/15/2005

durch die botanik

"where is the fucking wickelraum", habe ich die junge dame in meinem perfekten oxford english freundlich gefragt. doch sie und ihr komischer köter liefen nur laut schreiend weg. ich habe vorher noch nie einen hund schreien gehört. und nun wird nach mir gesucht. lächerlich. einfach nur lächerlich. und diskriminierend. ich habe mir mein leiden nicht ausgesucht. nein. keinem wünsche ich das. keinem. nicht einmal pepeto dem hühnermann, der mir noch zwei säcke mohrrüben schuldet. wenn es nach mir ginge, würde ich völlig nackt durch die botanik laufen. wie der herrgott mich schuf. nackt. und nicht mit dieser albernen riesenwindel. die haben doch alle keine ahnung, was ich durchmachen muss. keine ahnung, haben sie. keine. oh, ich höre sirenen ...

staub gewischt

"das leben ist voller überraschungen." "ach, ja?" "und ob." "was ist passiert?" "ich habe staub gewischt ..." "das überrascht mich jetzt wirklich." "... und festgestellt, dass ich einen farbfernseher habe." "die betonung liegt auf 'farb'!?" "äh, nein. auf 'fernseher'."

nicht reden, gehen

vielleicht hat sich der ein oder andere aufmerksame leser schon gefragt, was mit dem überaus kleinen mann, der schlechte reime hasst, ohne seine panzerglasbrille fast blind ist und gerne einen piratenhut trägt, geschehen ist, nachdem er den gedichte vortragenden rattenmann darum bat, ihn zu töten. nun, folgendes geschah:
der mysteriöse rattenmann kratzte sich in seiner verwirrung über den seltsamen wunsch seines gefangenen sehr lange unter dem linken arm, ging auf und ab und machte dann eine ganze reihe von purzelbäumen. er machte immer eine ganze reihe von purzelbäumen, wenn er über etwas angestrengt nachdachte. so bemerkte er auch nicht das nur wenige zentimeter große wesen, das unauffällig durch die kanalisation schwamm und zielstrebig den pfahl ansteuerte, an den der überaus kleine mann gefesselt war. es wuselte aus dem wasser, schüttelte sich kurz und kletterte flink an dem hosenbein des mannes hoch.
"was? wer?" der überaus kleine mann erschrak. er merkte zwar, dass da etwas an ihm hoch krabbelte, konnte aber nicht erkennen, was es war. seine brille war für immer in den dreckigen tümpeln der kanalysation verschwunden.
"psst. nicht so laut", ermahnte ihn das wieselflinke wesen, das nun begann, die fesseln des kleinen mannes zu durchnagen.
es dauerte nicht lange, und der kleine mann war von seinen fesseln befreit, taumelte ein paar schritte unsicher von dem pfahl weg und bemerkte dann, dass das wesen nun auf seiner rechten schulter saß. der rattenmann purzelte immer noch in gedanken versunken nur wenige meter von ihnen entfernt hin und her.
"so, hör mir zu, kleiner mann", flüsterte das fremde ding in sein ohr. "deine brille habe ich leider nicht finden können. deswegen werde ich dir jetzt sagen, wo du lang musst."
"aber, was ...?"
"nicht reden, gehen. erstmal gerade aus. für erklärungen haben wir keine zeit. los jetzt."
und der kleine mann wankte ungeschickt los, während das kleine wesen auf seiner schulter anweisungen gab. einige male stolperte der mann und rempelte gegen die glitschigen wände. doch das kleine wesen schaffte es jedes mal, das gleichgewicht zu halten und nicht von der schulter zu fallen. und immer wieder ermahnte es den kleinen mann, noch schneller zu gehen. nach einigen minuten erreichten sie eine leiter. der fast blinde mann lief an ihr vorbei.
"stopp. zurück. die leiter."
"welche leiter?"
"taste dich an der wand entlang."
der kleine mann tastete und fand schließlich die leiter, kletterte nach oben und stieß mit seinem kopf gegen den gullideckel. er drückte mit aller kraft gegen den scheinbar tonnenschweren deckel, ohne dass dieser sich auch nur einen millimeter bewegte.
"zu schwer", stöhnte der kleine mann.
"ich helfe dir mit meinen gedanken", sagte das kleine wesen.
der kleine mann erinnerte sich, dass man so etwas telepathie nannte, als sich der gullideckel wie von geisterhand erhob und blasses mondlicht den kopf des kleinen mannes streifte. der weg war nun frei. erschöpft kletterte der kleine mann aus dem schacht, torkelte einige meter von dem loch weg und ließ sich dann auf eine wiese fallen. das kleine wesen sprang geschickt von der schulter und landete neben dem kopf des mannes im gras.
"telekinese", sagte das kleine wesen. "nicht telepathie. unter telepathie versteht man gedankenübertragung."
"oh", meinte der kleine mann, und begann, erschöpft einzuschlummern.
"du darfst jetzt nicht einschlafen. noch bist du nicht in sicherheit." das kleine wesen blickte sich besorgt um. "renn soweit dich deine füße tragen. ich aber muss dich hier und jetzt verlassen."
"ja, werde ... rennen." der kleine mann richtete sich langsam auf, wogte und wankte wie eine hüpfburg im wind. "doch sag, wer oder was ... bist du?"
das fremde wesen blickte nach oben und der kleine mann auf die stelle, an der er seinen retter vermutete.
"ich bin ...", begann das wesen. "ich bin ein ... dsungarischer zwerghamster." nicht wenig stolz lag in der stimme des kleinen hamsters.
"ein phodopus sungorus", fragte der mann ungläubig.
"ja. und nun lauf."
"ich ... danke dir, dsungarischer zwerghamster", bedankte sich der kleine mann. der dsungarische zwerghamster aber war schon längst in der dunkelheit eines busches verschwunden.

8/12/2005

keine schokolade

"wie sonderbar." "was?" "der käse schmeckt nach schokolade." "ich dachte, du magst keine schokolade." "soll aber glücklich machen." "und dick." "stimmt auch wieder."

phodopus sungorus (7)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "ich, äh ... du bist schon wieder da?" "ja, ich ... oh. du ... ich wusste nicht." "und ich dachte, du ... schau doch da bitte nicht so hin." "ich wollte nicht. ich ... gehe wohl besser wieder!?" "ja, das wäre nett." "okay, gut. ich ... äh, 'tschuldigung." "kein problem." "mach aber bitte alles sauber, wenn du fertig bist."

8/11/2005

erwachsenen füße

"mit schuhen darfst du nicht in die hüpfburg", machte mich die grummelige alte frau mit den schlechten zähnen und oberlippenbart nur wenig freundlich auf das schild aufmerksam, das neben der gelben hüpfburg stand.
"oh", sagte ich, zog meine schuhe aus, behielt nur die socken an und betrat dann die hüpfburg, die durch das auf und ab hüpfender kinder ständig wogte und wankte und doch niemals wirklich umzukippen drohte. natürlich hatte ich gewusst, dass ich nicht mit schuhen in die hüpfburg durfte, doch hatte ich in meiner kindlichen vorfreude nicht daran gedacht. ich konnte es schließlich kaum erwarten. wie lange schon hatte ich mich auf die hüpfburg gefreut, nicht schlafen können vor aufregung? und endlich ...
ich sprang mit den anderen kindern und merkte nicht, wie die zeit verging. kinder kamen, hüpften, lachten und gingen wieder. und ich hüpfte immer weiter, hüpfte von allen am höchsten und auch am wildesten. und auch lachte ich am lautesten. jedoch verlor ich nie das gleichgewicht oder rempelte gar ein anderes kind an. nein. zu geschickt waren meine sprünge. doch irgendwann verließ auch mich die lust, und so sprang ich mit einem letzten großen satz aus der gelben hüpfburg.
seltsam, dachte ich. irgendwas war nicht so, wie es sein sollte. aber was? die mütter der anderen kinder schauten mich entsetzt an und steckten ihre köpfe zusammen, tuschelten. da fiel mir plötzlich auf, dass sie fast alle ein gutes stück kleiner waren als ich. als ein sechsjähriger junge? wie konnte das sein? ich ging zu meinen schuhen, die vor der burg auf mich warteten, und wollte sie anziehen. doch ... viel zu klein waren sie für meine ... erwachsenen füße. wie lange war ich nur in der hüpfburg gewesen? jetzt erst fiel mir auf, dass die alte frau nicht mehr da war, und ein mann mittleren alters nun neben der hüpfburg stand und darauf achtete, dass diese nur ohne schuhe betreten wird. was war nur passiert? es müssen jahre vergangen sein. meiner größe und den haaren in meinem gesicht nach zu urteilen, war ich schon lange kein kind mehr. erwachsen. und die alte frau? bestimmt war sie schon tot und ... meine eltern. ich ließ meine schuhe stehen und rannte so schnell ich konnte nach hause.
ich erreichte das haus meiner eltern und klingelte. "kann ich ihnen helfen", fragte der freundliche alte mann, der mir die türe öffnete und an seine kaputte gehilfe gelehnt vor mir stand. es war nicht mein vater. ich kannte ihn nicht.
ich fragte den alten mann nach meinen eltern, und er sagte: "panama. sie wollten nach panama. vor dreißig jahren, als ihr sohn in einer hüpfburg sprang, verschwand und nie wieder auftauchte." er machte eine pause und musterte mich. "sind sie der sohn? das richtige alter hätten sie."
ich schüttelte nur ungläubig meinen kopf und setzte mich auf die stufen der treppe vor dem haus, in dem ich einmal gewohnt hatte. ich nahm den kopf in meine nun recht großen hände und wartete. wartete. und begann zu weinen. wie ein kleiner junge, der ich eigentlich noch hätte sein sollen.
niemals hätte ich so lange in der hüpfburg bleiben dürfen. niemals.

8/09/2005

phodopus sungorus (6)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "intimpiercing." "mit dem lötkolben?" "womit sonst? mit einer zahnbürste?" "aber das muss doch weh tun." "ich bin ein hamster. ich kenne keinen ... schmerz." "das sieht nicht gut aus." "das sehe ich auch. würdest du bitte einen arzt rufen?"

kitzler nadel schmerz

was zum heiligen klötenschlumpf erhofft man sich zu finden, wenn man "kitzler nadel schmerz" in eine suchmaschine eingibt? doch nicht etwa intimpiercingerfahrungsberichte? mit sicherheit aber nicht den "tod eines zu mittag speisenden". oder etwa doch? vielleicht schaut der oder die unbekannte ja noch einmal rein und bringt ein wenig licht ins dunkle. (und sagt, ob es wirklich so weh getan hat, wie ich es mir vorstelle.)

nicht mehr die kraft

ein wahre geschichte. sehr traurig zudem.
vor etwa zwei jahren wollte mich eine kleine amsel besuchen, töten oder gar hochzeit machen (fidiralala), auch das möchte ich nicht ausschließen. auf jeden fall wollte sie in mein zimmer. und so flog sie mit einer schier unglaublichen hartnäckigkeit im abstand von nur wenigen sekunden immer und immer wieder gegen mein geschlossenes fenster, um es zu durchbrechen. die scheibe aber ließ sich nicht so einfach durchfliegen und hinderte die kleine amsel konsequent daran, mich zu besuchen. oder zu töten. je nachdem. denn offensichtlich war die scheibe aus glas, obwohl es kein panzerglas war, härter und stabiler als der kleine, zierliche kopf der amsel. und so tat sie mir ein klein wenig leid, als sie irgendwann nicht mehr die kraft dazu hatte, gegen das fensterglas zu fliegen, und schließlich vor kopfschmerzen und mit einem zertrümmerten schädel starb. ich aber lebe noch immer.

8/07/2005

phodopus sungorus (5)

"hey, du. kleiner dsungarischer zwerghamster. was machst du da?" "oh. das würdest du nicht verstehen." "es sieht so aus, als würdest du dir die fußnägel schneiden." "das ist richtig. so sieht es aus." "und was machst du wirklich?" "ich schmiede einen plan." "einen speiseplan?" "ich sag doch. das würdest du nicht verstehen."

8/06/2005

freibier für alle

ich sah gerade aus meinem fenster und beobachtete den stets gut gelaunten bimbam-vogel dabei, wie er der holzbeinigen schönheit lulu domingos aus dem zweiten stock ein ständchen brachte, als etwa dreihundert bis an die zähne bewaffnete und fest entschlossene mambo-ameisen über meinen linken fuß tanzten und dabei ein lied über freiheit, gleichheit und freibier für alle sangen. genau verstehen konnte ich sie allerdings nicht, da der rosafarbene bulldozer in meinem rechten ohr gerade anfing, sich geräuschvoll in mein trommelfell zu bulldozern, was mich erschrocken zusammenzucken und gleichzeitig verzückt aufschreien ließ. "freibier für alle", keuchte ich den ameisen in meiner grenzenlosen ekstase entgegen, als diese sich vor meinen augen in dreihundert wunderschön anzusehende pingpong-bälle verwandelten.

8/04/2005

scheinfrei

"er ist jetzt scheinfrei." "ist er das?" "zumindest sagt ihm das sein gefühl." "dann wird es wohl so sein." "lass uns ein lied für ihn singen." "einen metalsong?" "ja. er mag metalsongs."

8/01/2005

in meiner not

ich rief nach theo, denn ich hatte hunger. theo sollte mir in meiner not helfen, denn ich hatte nichts zu essen. und hunger, das sagte ich bereits. also rief ich nach theo. "theo", rief ich. "lieber theo komm' und hilf mir in meiner not." ja, und theo kam. als er vor mir stand, brüllte ich ihm ins gesicht: "theo. lieber the-e-e-o, bitte mach' mir ein bananenbrot." ich musste so laut brüllen, denn theo hört nur sehr schlecht. er ist alt und nickte kurz, brabbelte irgendwas unverständliches und verschwand dann wieselflink um die ecke. ich war mir sicher, auf theo ist verlass. der liebe theo wird sicher schon bald wieder zurück sein. mit meinem bananenbrot. vier tage später, magenkrämpfe plagten mich und machten mir das leben zur hölle, stand theo vor mir. der liebe theo, der mir in meiner not helfen sollte. endlich war er da. "theo, lieber theo", schrieh ich ihm ins gesicht. "hast du mir ein bananenbrot gemacht? mein bananenbrot. hast du es dabei?" und der gute theo lächelte, nickte, wühlte in seiner hosentasche und übergab mir schließlich feierlich das bananenbr... nein. es war kein bananenbrot, was theo mir reichte. es war klein und gelb und vermutlich aus plastik. ich hielt es nun in meiner hand. theo nickte mir lächelnd zu. "das ...", stammelte ich, zu leise für theo. "... ist kein bananenbrot." ich schüttelte traurig den kopf, doch theo nickte nur, deutete schließlich mit seinem überaus behaarten finger auf einen kleinen nippel an dem gelben ding aus plastik. ich zog an dem nippel, und eh ich mich versah, hatte sich ein riesiges, gelbes bananenboot in meinem zimmer ausgebreitet. "bananenboot", hörte ich theo von irgendwo sagen. "ja, ein bananenboot", wiederholte ich freudestrahlend. dann aß ich das bananenboot auf. der liebe theo. woher hatte er nur gewusst, dass mir bananenboote am besten schmecken?